Somatoforme Störungen - Moderne Psychotherapie

Somatoforme Störungen - Mensch in Behandlung

Körperliche Beschwerden oder Schmerzen, aber keine körperliche Ursache wird gefunden

  • Sie haben körperliche Beschwerden oder anhaltende schwere quälende Schmerzen? Sie haben schon unzählige medizinische Untersuchungen immer wieder durchführen lassen. Aber es wurden keine körperlichen Ursachen gefunden bzw. die Ärzte versichern Ihnen, dass Ihre Symptome nicht körperlich begründbar sind.
     
  • Sie bestehen immer wieder auf neue Untersuchungen, da Ihre Beschwerden und Schmerzen ja nicht weg gehen. Vielleicht haben Sie sogar den Eindruck, dass Sie manche Ärzte nicht ernst nehmen. Es fällt Ihnen schwer zu akzeptieren, dass keine körperlichen Ursachen gefunden werden können.

Somatisierungsstörungen

Sie haben schon über längere Zeit (> 2 Jahre) viele, also mindestens 6 folgender Symptome in verschiedenen Organsystemen:

  • Verdauungssystem (Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Belegte Zunge, Erbrechen, Durchfall)
     
  • Herz-Kreislaufsystem (Atemlosigkeit ohne Anstrengung, Brustschmerzen)
     
  • Urogenitale Symptome (Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen, Unangenehme Empfindungen im Genitalbereich)
     
  • Haut und Schmerzsymptome (Fleckigkeit der Haut, Schmerzen in den Gliedern, Gelenken, Extremitäten, Taubheit oder ein Kribbelgefühl)
     
  • Wenn das auf Sie zutreffen sollte, besteht die generelle Möglichkeit, dass Sie unter einer Somatisierungsstörung leiden.

Somatoforme autonome Funktionsstörung

 

Sie  haben Symptome, die sich mehr auf ein Organ bezieht, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert oder kontrolliert wird und haben zwei oder mehr der folgenden Symptome?
 

  • Herzrasen, Herzklopfen (Palpitationen), Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Hitzewallungen, Druckgefühl im Epigastrium, Kribbeln oder Unruhe in der Magengegend, Brustschmerzen, Atembeschwerden (Dyspnoe) oder Hyperventilation, außergewöhnliche Ermüdbarkeit, häufiger Stuhlgang etc.

Wenn das auf Sie zutreffen sollte, besteht die generelle Möglichkeit, dass Sie unter einer somatoformen autonomen Funktionsstörung leiden. Hier kann eine moderne Psychotherapie sehr gut helfen.

Anhaltende Schmerzstörung


Sie  haben anhaltende schwere und quälende Schmerzen, die aber nicht durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung erklärt werden können. Der Scherz tritt in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf.

  • Die Schmerzen sind schon über einen Zeitraum von sechs Monaten vorhanden und treten an den meisten Tagen auf. Der Schmerz beschäftigt Sie sehr und ist im Hauptfokus Ihrer Aufmerksamkeit.
     
  • Wenn das auf Sie zutreffen sollte, besteht die generelle Möglichkeit, dass Sie unter einer anhaltenden Schmerzstörung leiden.
     
  • Ich möchte Sie darauf hinweisen, das natürlich nur, wenn körperliche Ursachen medizinisch bereites ausgeschlossen wurden, die Möglichkeit besteht, dass die Ursache für Ihre Beschwerden durch eine psychische Krankheit ausgelöst werden. Das bedeutet, dass Ihr Körper auf psychische Belastungen, Stress oder Konflikte reagiert. Es ist wichtig zu verstehen, dass somatoforme Störungen eine anerkannte medizinische Diagnose ist. Die Beschwerden und Schmerzen sind real, nur die Ursache ist psychisch bedingt, aber wirkt sich körperlich aus.

Sonderfall: Rückenschmerzen

  • Rückenschmerzen sind sehr komplex und werden nicht explizit als somatoforme Störung in der ICD aufgeführt, da sie eine Vielzahl von möglichen Ursachen haben können. Diese können sowohl körperlich als auch psychisch bedingt sein. Rückenschmerzen können durch Muskelverspannungen, Bandscheibenvorfälle, Arthritis, Verletzungen und andere strukturelle Probleme, zu langen Sitzen, zu wenig Bewegung etc. verursacht werden. 
     
  • Sie können aber auch durch Stress, Angst, Depression oder andere psychische Belastungen verstärkt oder ausgelöst werden. Eine umfassende medizinische Untersuchung ist oft notwendig, um organische Ursachen für Rückenschmerzen auszuschließen. Der „Rücken trägt oder erträgt oft die Last des Lebens“, deshalb ist neben den körperlichen Beschwerden, eine Analyse der psychischen Ursache und deren Behandlung sehr wichtig und in vielen Fällen erfolgversprechend.  

Was sind mögliche Auslöser der Somatoformen Störungen? 

Somatoforme Störungen können unterschiedliche Ursachen haben. Im folgenden sind mögliche Auslöser aufgeführt: 

  • Lebenskrisen, wie Scheidung Trennung vom Partner oder Tod eines Familienangehörigen oder enger Bezugspersonen
     
  • Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen
     
  • Arbeitsplatzverlust oder chronische Überforderung im Job
     
  • Dauerhafter Stress
     
  • Körperliche Erkrankungen, schwere Operationen oder Unfälle
     
  • Einsamkeit
     
  • Frühere Traumatisierungen durch Umweltkatastrophen, Gewaltverbrechen, Missbrauch oder Kriege.

 

Die betroffene Person regiert auf diese schwierigen Lebensereignisse mit körperlichen Beschwerden und Schmerzen. Anders formuliert, die Psyche bedient sich des Körpers, um ihr Leiden auszudrücken. Man geht davon aus, dass ca. 30% der Patienten einer Allgemeinarztpraxis unter Somatoformen Störungen leiden. Sie sind also nicht alleine. 

Gesundheitsängste - ein Teufelskreis (Modell der „somatosensorischen Verstärkung“)

Der Teufelskreis bei somatoformen Störungen ist ein zyklischer Prozess, der die körperlichen und psychische Symptome in Form von Beschwerden und Schmerzen verstärkt und auch aufrecht erhalten kann.

 

  1. Der Teufelskreis beginnt oft mit einem auslösenden Faktor wie einem stressigen Ereignis in der Arbeit oder im privaten Umfeld, einer schwerwiegenden Konfliktsituation oder einer traumatischen Erfahrung etc. Diese Ereignisse können zu einer starken emotionaler Belastung führen.
     
  2. Unter dem Einfluss dieser emotionalen Belastung können somatoforme Symptome auftreten. Dies können verschiedene körperliche Beschwerden wie Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen oder andere unspezifische vegetative Symptome wie Herzrasen, Druck in der Brust, Schwitzen etc. sein.
     
  3. Die betroffenen Menschen beginnen, ihre Aufmerksamkeit und Ihren Fokus verstärkt auf die körperlichen Symptome zu richten. Es entsteht eine erhöhte Sensibilität gegenüber körperlichen Empfindungen und die Symptome werden verstärkt wahrgenommen.
     
  4. Die verstärkte Wahrnehmung der Symptome führt zu Sorgen und Ängsten. Die Person macht sich viele Gedanken über mögliche ernsthafte Erkrankungen oder gesundheitliche Probleme, was zu erhöhter Angst führt.
     
  5. Aufgrund der Sorgen und Ängste suchen die betroffenen Personen wiederholt medizinische Hilfe auf und unterziehen sich zahlreichen Untersuchungen. Sie hoffen, dass eine organische Ursache für ihre Beschwerden gefunden wird.
     
  6. Trotz wiederholter medizinischer Untersuchungen zeigen sich oft keine eindeutigen organischen Ursachen für die Symptome. Die Ergebnisse der Tests sind unauffällig, was zu Frustration führen kann.
     
  7. Das Fehlen eines organischen Befundes kann die Überzeugung verstärken, dass die Symptome auf eine nicht erkannte oder nicht ernst genommene körperliche Krankheit zurückzuführen sind.
     
  8. Dies verstärkt wiederum die Sorgen und Ängste.
     
  9. Wegen der aber anhaltenden Symptome und der Sorge vor möglichen körperlichen Ursachen entwickeln die Betroffenen oft Vermeidungsverhalten. Sie meiden Aktivitäten oder Situationen, die die Symptome verschlimmern könnten, was zu einer Einschränkung des täglichen Lebens führt.
     
  10. Das Vermeidungsverhalten und die anhaltenden körperlichen Beschwerden können zu sozialer Isolation, Schwierigkeiten im Berufsleben und einer erhöhten psychischen Belastung führen. Dadurch wird der Teufelskreis weiter verstärkt.

 

Der Teufelskreis geht weiter, da die anhaltenden Sorgen, Ängste, körperlichen Beschwerden und Einschränkungen zu einer weiteren Verstärkung der Symptome führen können. Dies verstärkt wiederum die Überzeugung der betroffenen Person, dass eine organische Ursache für die Symptome existiert und so weiter.

Modell des „somatosensorischen Teufelskreises

Behandlung von somatoformen Störungen

Aber jetzt die gute Nachricht. Der Teufelskreis kann unterbrochen werden! Die Wirksamkeit einer modernen  Psychotherapie ist wissenschaftlich bestätigt.

  • Insbesondere hat sich die integrative Psychotherapie sehr gut bewährt, die sowohl die psychischen als auch die körperlichen Aspekte der Erkrankung berücksichtigt. Dies umfasst psychotherapeutische Ansätze wie kognitive Verhaltenstherapie, die Acceptance und Commitment Therapie (ACT), Schematherapie, Stressmanagement-Techniken und psychoedukative Interventionen. Durch eine systematische Behandlung kann der Kreislauf schrittweise unterbrochen werden, indem die zugrunde liegenden psychischen Ursachen der Symptome identifiziert und neue Bewältigungsstrategien erlernt werden.
     
  • Die kognitive Verhaltenstherapie zielt darauf ab, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu verändern, die zur Aufrechterhaltung der somatoformen Symptome beitragen. Sie konzentriert sich auf die Erkundung der Gedanken und Überzeugungen bezüglich der Symptome sowie auf den Aufbau gesunder Bewältigungsstrategien. Die kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, falsche Überzeugungen über körperliche Erkrankungen zu korrigieren und den Fokus auf die psychischen Faktoren hinter den Symptomen zu lenken.
     
  • Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist ein Ansatz, der auf der Akzeptanz von unvermeidlichen Erfahrungen und der Hingabe an persönliche Werte basiert. Sie zielt darauf ab, den Fokus von der Kontrolle unerwünschter Gedanken und Gefühle auf das Erreichen einer sinnvollen Lebensführung zu lenken. ACT beinhaltet Achtsamkeitsübungen, die helfen, unangenehme Gedanken und Körperempfindungen zu akzeptieren, ohne ihnen die Kontrolle über das Verhalten zu geben. Durch die Klarheit über persönliche Werte und die Ausrichtung des Verhaltens auf diese Werte können positive Veränderungen erreicht werden.
     
  • Es ist wichtig, im Rahmen der Behandlung von somatoformen Störungen, ein Verständnis für die Verbindung zwischen psychischer Gesundheit und körperlichen Symptomen zu entwickeln. Eine Behandlung Ihrer körperlichen Symptome erfolgt über die Behandlung derer Ursachen auf psychischer Ebene. Die Behandlung Ihrer psychischen Symptome kann dazu beitragen, Ihre körperlichen Beschwerden zu lindern. Indem Sie Ihre psychische Gesundheit in den Vordergrund stellen, können Sie langfristige Verbesserungen in Ihrem Wohlbefinden erzielen.
     
  • Ganz konkret haben sich beispielsweise folgende Therapietools als hilfreich gezeigt: Man beobachtet sich selbst mit Unterstützung eines Symptomtagebuchs, erlernt Antistress und Entspannungsverfahren, erhöht die allgemeine Belastbarkeit, versucht wieder verstärkt positive Aktivitäten in den Alltag zu integrieren und am Ende der Behandlung sorgt man für eine Rückfallprophylaxe.
     
  • Die Entscheidung, sich therapeutische Hilfe zu holen, kann der erste Schritt zu einer besseren Lebensqualität sein.
Behandlung von somatoformen Störungen - glücklicher Mensch

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3P - Praxis für Psychotherapie und Personal Coaching
Dr. Thomas Graf
Heilpraktiker für Psychotherapie, Diplom Kaufmann Universität, Philosophiae Doctor (PhD)

Telefon:   0176-87795142
E-Mail:    thomas.graf@dr-graf-psychotherpie-coaching.de 
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